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Historie

Eine Reise durch die Hockey-Geschichte des HSV

12. August 1919
Unsere Hockeyabteilung wurde durch sportbegeisterte Damen am 12. August 1919 ins Leben gerufen, denen sich am 11. November 1919 eine Herrenabteilung anschloss. Es waren die Herren H. Jalant, G Stöwahse und J. Lenzen, die die Abteilung aufbauten. Man spielte damals am Forsthof auf sehr schlechten Plätzen.Die ersten Spiele fanden gegen den HTHC, am 18.04.1920 statt und konnte mit 4:2 gewonnen werden. Die Damen verloren am 31.10.1920 das erste Spiel gegen HTHC  mit 2:4.

1929 – 10 Jahre
Paul Hauenschild gründete am 16. März 1928 zusammen mit Henry Barrelet, Emil Martens, Ernst Moss, Henry Krüger, Willo Meyering, Hans Schuhmacher und Dr. Walter Tachau den Sportplatz-Verein Ochsenzoll (Heute HSV Ochsenzoll-Norderstedt e.V.) zu dessen Nutzung nur der HSV berechtigt ist. Dafür wurde ein Gelände von 128.821 Quadratmetern erworben sowie ein alter Bauernhof namens Lindenhof.
Eingeweiht wurden die Hockeyplätze am Sonntag, den 15. September um 16 Uhr.
In Eigenhilfe wurden dann die Plätze in Ochsenzoll ausgebaut. Die Abteilungsmitglieder bezogen in Baracken direkt auf der Anlage Quartier, und für ein tägliches Taschengeld von 50 Pfennigen wurde ein Hockeyparadies geschaffen. Bei der Einweihung konnte dann auf drei Plätzen gespielt werden.
Überhaupt war 1928 ein stolzes Jahr für die HSV – Hockeyabteilung, mit Richard Krebs konnte man bei den Olympischen Spielen in Amsterdam einem Silbermedaillengewinner in den eigenen Reihen verzeichnen.
Der Mitgliederbestand am 30 Juni :  Damen 39 und 60 Herren / Junioren.

1934 – 15 Jahre
Am 30. Januar 1933 wird Adolf Hitler, der Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), zum Reichskanzler ernannt. Auch der Sport wird zu einem Instrument der NS -Macht und Hamburg gehört zum „Gau VII Nordmark“
Der SA-Obergruppenführer Hans von Tschammer und Osten tritt im Juli 1933 als Reichssportführer an die Spitze der deutschen Sportbewegung. Jeder Sportverein ist Zwangsmitglied des Reichsbundes.
Bei der Olympiade 1936 hat Indien (damals noch einschließlich Pakistan britische Kolonie) die Goldmedaille des Hockeyturniers gewonnen. Die deutsche Mannschaft verlor im Endspiel 8:1 und schoss damit das einzige Tor, das die Inder im ganzen Turnier einstecken mussten. Die so gewonnene Silbermedaille sorgte für einen großen Zulauf vor allem von Kinder und Jugendlichen zum Hockeyspiel.
Das Spiel war damals noch etwas geruhsamer als Heute, das kam auch durch die Regel:
– Das Spiel wurde zu Beginn und zur Halbzeit mit einem Bully begonnen und nach einem Tor ebenfalls mit einem Bully fortgesetzt.
– Beim Toraus durch die stürmende Mannschaft gab es an der ¾ Linie einen Bully.
– Beim Seitenaus wurde der Ball mit der Hand eingerollt und alle Spieler hatten sich außerhalb des 6 Meterraumes aufzuhalten. (Der 6 Meterraum wurde durch eine parallel zur Seitenlinie verlaufende Linie im Abstand von 6 Metern markiert).
– Es durfte auch hoch in den Schusskreis geflankt werden. Da gab es Strategen, die den Ball ziemlich genau in der Mitte  des Schusskreises herunterkommen ließen. Allerdings gab es auch Torwarte, die den Ball vorher mit der Mütze wegfingen. Das gab dann zwar eine kurze Ecke, aber auch Beifall und Gelächter.

1939 – 20 Jahre
1. September 1939, 10 Uhr: Gans Hamburg sitz vor den Radiolautsprecher, als Adolf Hitler verkündet: „ Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen.“ Der deutsche Angriff auf Polen hat begonnen.
Mit dem beginn der neuen Spielzeit hat auch auf den Hockeyfeldern der Spielbetrieb wieder eingesetzt. Unsere Frauen nehmen mit einer Mannschaft in der Gruppe C an den Punktspielen teil.
Die Männer spielen in einer Kriegsgemeinschaft mit den Klippern und den Club an der Alster zusammen. Auszug aus den Vereinsnachrichten: „Insbesondere freuen wir uns, dass es uns gelungen ist, durch diese Regelung unseren Soldaten eine Spielmöglichkeit während ihres Urlaub geben zu können“.
Während des Krieges beschlagnahmte die Reichspost einen großen Teil des Geländes.

1946 – 27 Jahre
Nach Friedensschluss sollte, in dem zwischen HSV – Ochsenzoll und Post geschlossenen Vertrag, die Wiederherstellung der Anlage vorgenommen werden. Bei den Verhandlungen mit der Post hat sich der Hausmakler Rudolf Wulf für den HSV – Ochsenzoll verdient gemacht. Herr Wulf verwaltete schon seit vielen Jahren Grundstücke für Paul Hauenschild. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass der Bau der Anlagen sowie der Gebäude dem Architekten Dipl.- Ing. Herbert Schmedje anvertraut wurden.
Der Spielbetrieb in Hamburg setzte wieder ein und es gab spielstarke 1. und 2. Damen und eine im Aufbau befindliche Juniorenmannschaft. Kutti Weiß, Deutschlands bekanntester Hockeyspieler Nationalspieler und Olympiateilnehmer 1936, kümmerte sich um die Mannschaften.
Training war immer am Sonnabend ab 15 Uhr am Schlageterring im Stadtpark.
Nach der neuen Hockey- Regeländerung darf der Ball nicht mehr, wie bisher, mit dem Fuß gestoppt werden, auch dann nicht wenn er bewegungslos liegen bleibt.
Der 2. Weltkrieg hat auch in den Reihen der Hockeyabteilung große Lücken hinterlassen, aber immer wieder fanden sich Spieler zusammen, die der Abteilung neuen Auftrieb gaben. Es musste ständig um den Bestand gekämpft werden, denn im Gegensatz zu den reinen Hockey- und Tennisclubs hatte der HSV nie einen Hockeytrainer. Es waren immer ehrenamtliche Übungsleiter, die dem Spielbetrieb Aufschwung gaben und es immer wieder schafften, den Namen HSV auch in Hockeykreisen aufleuchten zu lassen.

1949 – 30 Jahre
Die größten Sorgen waren die Schläger. Die alten Schläger waren so mürbe, das sie nur noch mit Klebstoff und Nägel zusammengehalten wurden. Auf den Rasenplätzen wurde dann auch barfuss gespielt, entsprechend fair wurde dann auch gespielt.

1954 – 35 Jahre
Eylert Goedelt übernahm die Leitung  der Hockeyabteilung. In der Geschichte der Hockeyabteilung des Hamburger Sportvereins wird Eylert Goedelt als der Mann eingehen, der die Geschicke wohl über den längsten Zeitraum, nämlich über 40 Jahre bestimmt hat. 40 Jahre in solch einem Amt, da kann man nur mit einer tiefen Verbeugung ein ganz großes Dankeschön sagen.
In dieser Zeit spielten die 1. Damen und Herren in den höchsten Spielklassen des norddeutschen Raumes (Oberliga) und 6 Mannschaften mit ihren Spielern um die Hamburger Meisterschaften.
Ein weiteres Großereignis war die Teilnahme unserer 1. Herren an einem Hallenhockeyturnier in Ost – Berlin, wo spielstarke Mannschaften teilnahmen und wir einen ehrenvollen 3. Platz erreichten.

1959 – 40 Jahre
Ersten Vize – Hallenmeisterschaft 1959 in der Oberliga hinter dem UHC. Ein Internationales Hockeyturnier über Ostern in Bad Kreuznach, wo der HSV als erster Turniergast mit der Vereinsfahne im Stadion begrüßt worden ist.
Es gab zahlreiche internationale Kontakte im Spielverkehr. Ein Höhepunkt war dabei der Start beim „Thanet Hockey- Festival“ am 25. April 1957 im südenglischen Seebad Ramsgate in der Grafschaft Kent, wo 124 Mannschaften teilnahmen. Wir trugen 4 Spiele aus, und zwar jeweils gegen recht bekannte und spielstarke Vereinsmannschaften. Das Turnier endete für uns sehr erfolgreich, da wir in allen Begegnungen unbesiegt blieben.

1965 – 46 Jahre
1965 wurde unsere vereinseigenen Sporthalle in der Ulzburger Straße von einer Größe von 1092 qm erbaut.
Aufstieg in die Feldoberliga, die wir zum Saisonende mit der „Roten Laterne“ wieder verlassen mussten. Hallenligameister mit 16:2 Punkten und 55:11 Toren.

1969 – 50 Jahre
Das 50jährige Jubiläum konnten wir am 4. bis 7. April 1969 ganz groß feiern und luden zu einem Internationalen Turnier ein. Es kamen 31 Mannschaften aus vier Nationen, das waren 403 Spieler aus Belgien, England, Holland und der Schweiz sowie zahlreiche befreundete Mannschaften aus dem Bundesgebiet. Der größte Teil der Mannschaften war in den Hotels der City untergebracht, nur der Arnhemsche HC aus Holland zog es vor, in den mitgebrachten Zelten auf der Anlage zu schlafen.
Für jede Mannschaft war eine eigene Kabine mit Duschraum für die gesamte Turnierdauer reserviert. Am Ostersonnabend fand die große Hafenrundfahrt besondere Begeisterung bei allen Gästen. Am Abend fand dann das Bordfest auf der Elbe, vorbei an den Osterfeuern, statt. An beiden Ostertagen wurde bei strahlendem Sonnenschein das Turnierprogramm abgewickelt.
Im Feld sind die 1. Herren in Oberliga aufgestiegen, während die Damen die Landesliga repräsentieren.
Der Hockeyplatz 1 musste der neu erstellten Tennisanlage weichen, jedoch wurde der Hockeyabteilung ein neuer zweiter Platz zugesagt.

1974 – 55 Jahre
In diesem Jahr würde in der Herbstserie der Versuch gestartet, die erste „Bubi – Mannschaft“ (5 bis 7 jährige), auf das Feld zu bekommen.
Die arbeiten zum Bau des zweiten Hockeyplatzes hat begonnen.
Der HSV meldete für die laufende Saison 16 Mannschaften, von denen allein 11 Jugendmannschaften sind und gehört damit zu dem am stärksten vertretensten Verein im Hamburger Raum.
Die Erfolge ließen nicht lange warten mit der Hamburger Meisterschaft der B Mädchen und anderen vordere Plätze in der Meisterschaft und Pokal.

1979 – 60 Jahre
Zum 60 jährigen Bestehen, feierte der HSV am 2. bis 4 Juni, ein Jugend Jubiläums Hockey Turnier mit 32 Mädchen- und Jungen- Mannschaften.

1984 – 65 Jahre
Der Höhepunkt des Jahres wurde uns gleich im Februar von den 1. Damen präsentiert. Sie brachten das Kunststück fertig, sich bereits unmittelbar nach dem Aufstieg in die Oberliga für die Aufstiegsrunde in die Regionalliga Nord (zweithöchste Spielklasse) zu qualifizieren.
Mit einem Paukenschlag eröffneten die 1. Herren die Feldsaison, als beim SV Blankenese mit 3:1 gewonnen wurde. Als Aufsteiger in die Verbandsliga sollte gleich der Durchmarsch in die Oberliga liegen. Am Ende der Saison war es dann Platz drei.
Hockey spielte sich im August vor allem vor dem Bildschirm ab. Bei den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles  wurden wir mit den Silbermedaillen der deutschen Damen und Männer beloht.
Den größten Zuschauerzuspruch erlebten wir im September auf der Messe „ Du und Deine Welt“, wo unsere Jungen und Mädchen dem interessierten Publikum den Hockeysport näherbrachten.

1987 – 68 Jahre
HSV Hockey – Round up`87, unter diesem Motto feierte die Hockeyabteilung nicht nur Pfingsten, sondern auch ihren Beitrag zum 100. Geburtstag des HSV.
Die ersten Gäste aus Edgbaston Twenties (England) trafen bereits am Freitag ein. Am frühen Sonnabend kamen die anderen Mannschaften aus Kaiserslautern, Düsseldorf und auch „unsere Holländer“ aus Bloemendaal und Hengelo an.
Eine lustige Hafenrundfahrt und der Festabend im Lindenhof rundeten das Programm ab. Die Presse berichtete ausgiebig über den Turnierablauf unter den Überschriften: “Familiäre Atmosphäre beim HSV – Hockeyturnier“ und „Hockeyturnier mit britischem Humor“. Es war eine Werbung für den Hockeysport.

1989 – 70 Jahre
Im diesem Jahr erschien ein persönlicher Bericht von Heinrich Severin, aus der Mannschaft der Alsterochsen, über 60 Jahre Hockeyleben.
Er erzählte über die Anfänge in Berlin wo er auf Sand- oder Schlackeplätze gespielt hat und über die Kriegsjahre und Nachkriegszeiten beim HSV. Leider konnten wir nicht genau feststellen zur welcher Zeit der 1 bis 3 Teil aus „Berichte aus meinem Hockeyleben“ in den HSV Vereins Nachrichten veröffentlich wurden.

1994 – 75 Jahre
Zum dritten Mal sind die Hockeyspieler des HSV zum Turnier nach Zwijndrecht (Niederland), der Partnerstadt von Norderstedt, eingeladen worden. Das Internationale KPMG Oude Maas Hockeyturnier von 6. bis 8. April über Ostern war ein toller Erfolg für die Jugendlichen.

1999 – 80 Jahre
In diesem Jahr gab es die erste Auflage des Hockeycamps beim HSV. Im Gegensatz zu den heutigen Campwoche (mit Rekordteilnehmerzahlen, ein Besuch des Ariba Schwimmbads und ein HSV Fußballspiel) stand damals nur Hockey, Hockey und Hockey auf dem Programm. Das Interesse ist riesengroß und es nehmen nicht nur Spieler und Spielerinnen vom HSV, sondern auch von anderen Hamburger Vereine und Clubs teil. Am letzten Tag wird nach dem Abschlussturnier meistens ein gemeinsames Grillen veranstaltet und danach werden alle hoffentlich glücklichen Teilnehmer in die Ferien entlassen.

2004 – 85 Jahre
Eines der sehenswertesten Vereinsmuseen hat sich der HSV geschaffen. Auf 560 Quadratmetern wird die eindrucksvolle und erfolgreiche Vereinsgeschichte im HSV Museum dokumentiert. Die HSV – Hockeyabteilung ist die drittälteste Abteilung im HSV und zeigt in einer Vitrine 85 Jahre Hockeygeschichte.

2009 – 90 Jahre
Ein Riesenerfolg war das Sommerfest zum 90jährigen Bestehen der HSV-Hockeyabteilung am Samstag, den 27.6.2009. Mit über 600 neugierigen Besuchern übertraf es alle Erwartungen der Organisatoren. Stargast  Dino Hermann machte mit seiner guten Laune Kinder glücklich, es gab viele Freundschaftsspiele und unzählige Kinder stellten sich der Hockeyolympiade. Sogar der Wettergott schien an diesem Tag Hockeyfan zu sein.
HSV – Maskottchen Dino Hermann war der heimliche Star des Festes. Stundenlang lief er über die Norderstedter HSV – Hockeyplätze und ließ sich seelenruhig fotografieren, gab Autogramme und ließ sich bei Gelegenheit auch gerne mal knuddeln. Auf dem Sommerfest konnten alle lernen, dass der Rufname des Maskottchens „Hermann“ ist und dass der gerade mal sechsjährige Glückbringer den Namen von seinem „Papi“ Hermann Rieger hat. Rieger, jahrzehntelang die Masseur-Koryphäe des HSV, hatte den kleinen Dinosaurier nämlich zum 40jährigen Bestehen der Fußball – Bundesliga im Jahre 2003 eigens ausgebrütet. Der Auftritt des Maskottchens war das Geburtstagsgeschenk des HSV an seine Hockeyabteilung.
Auf dem Kunstrasenplatz wurden derweil zahlreiche Hockey-Freundschaftsspiele ausgetragen. Der Einladung des HSV waren dabei Mannschaften aus den Vereinen Altona-Bahrenfeld, Blankenese, HTHC, Klipper, Pinneberg und dem UHC gefolgt. Die kleinen Hockeyspieler freuten sich nach ihrem Einsatz nicht nur über Pokale und Urkunden, sondern ganz besonders über die Kiste voller Naschsachen, die sie von der Turnierleitung überreicht bekamen. Aus historischen Gründen war das Erwachsenen-Hockeyspiel gegen den HTHC ein besonderer Höhepunkt: Die Damen vom Harvestehuder Tennis und Hockey Club waren vor 90 Jahren die ersten Gegner des HSV.
Auf dem Kunstrasenplatz konnte jeder mit Sportschuhen und Schläger seine Schlagkraft an der Ballgeschwindigkeitsmessmaschine testen. Die kleine Maschine hatte der HSV sich extra für diesen Tag vom Deutschen Hockey Bund aus Mönchengladbach ausgeliehen. Jeder hatte dabei zwei Versuche und bekam für den schnellsten Schuss eine spezielle Urkunde mit Namen und erzielter Höchstgeschwindigkeit. Aus dem Jugendbereich erzielte Leon Großkopf von den HSV A Knaben die höchste Geschwindigkeit: Sein Ball wurde mit 97 km/h gemessen.
Das Durchhaltevermögen wurde durch Grillgut des Restaurants Lindenhof und vom eigenen Kaffee- und Kuchenbuffet gestärkt.

2010 – 91 Jahre
Im Juni 2010 wurde neben dem Kunstrasenplatz ein neuer Hockeyport errichtet.